Vor dem Vergessen bewahren: Leinendecks

26. Mai 2015 - 21:52
Leinendecks, viele Jahrzehnte Standard im Bootsbau, neigen im Laufe der Zeit zu Rissbildungen.

Viele alte Bootsbautechniken werden kaum noch angewendet. Praktische Kniffe und Tricks können deshalb micht weitergegeben werden, wie beispielsweise das Aufbringen eines Leinendecks. Bootsbaumeister Uwe Baykowski aus Strande schreibt wie es geht.

Eine der ältesten Arten des Decksbelages für Kajütdächer und Laufdecks ist das Leinendeck. Diese klassische Methode mit einer ganz besonderen Anmutung wird heute aber nur noch selten angewendet. Für solch einen Decksbelag wurde leichtes Nadelholz wie Fichte, Föhre oder feinjährige Lärche, seltener auch Spruce, auf die Deckbalken genagelt und anschließend mit einem Leinentuch bespannt. Die meisten Leinendecks sind mittlerweile in die Jahre gekommen und neigen zur Rissbildung mit darunter verborgenem Zerstörungswerk durch Fäulnis. Besonders die mit „schwarzem Eisen“ vernagelten Decksleisten erleiden meist durch Feuchtigkeitseintritt verursachte Korrosionsschäden. Das leichte Nadelholz weist hier häufig erhebliche Fäulnisschäden auf. Vor der Neubeschichtung sind schadhafte Hölzer auszutauschen und das gesamte Deck sollte konserviert werden.

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