Kupfernieten im Bootsbau (Teil 2)

3. Januar 2016 - 7:51
Die Arbeit mit Kupfernieten erfordert viel Erfahrung

Alte Bootsbautechniken vor dem Vergessen bewahren. Ein spezielles Problem aus dem Bereich der leichten Ruderboote und Kanus ist die Verbindung der Aussenhaut mit den gesägten – nicht eingebogenen – Spanten oder Bodenwrangen, die, bei geringer Dicke, stellenweise beachtliche Höhen aufweisen können. Von Jörn Niederländer. Die beim Bau solcher Boote mit gesägten Spanten oder Bodenwrangen regelmäßig verwendeten Nieten mit Durchmesser 1,6 Millimeter sind dann zu kurz, ebenso die hier zum Vorbohren verwendeten Spiralbohrer. Auf der Werft Dinewitzer und anderen Spezialisten wurde dann zum Vorbohren eine Fahrradspeiche eingesetzt, deren gekröpftes Ende abgeschnitten und die auf die notwendige Länge eingekürzt wurde. An einem Ende wurde eine primitive, löffelbohrerartige Schneide angearbeitet. Als Niete fand ein runder Kupferdraht Verwendung, dem mittels
eines einfachen, selbst hergestellten Gesenkes im Schraubstock ein Nagelkopf aufgehämmert wurde und der auf beliebige Länge geschnitten werden konnte. Im engen Vor- und Achterschiffbereich dieser schlanken Boote war häufig kein Platz für die Nutzung der notwendigen Nietwerkzeuge. Dann wurde die Spitze des eingeschlagenen Nagels über einem Eisen, meist eine alte Dreikantfeile, umgeschlagen und in die Planke zurückgetrieben.