Das Verformen von Spanten

22. September 2016 - 8:06
Das Verformen von Spanten erfordert viel Erfahrung

Alte Bootsbautechniken vor dem Vergessen bewahren. Wenn es um den traditionellen Holzbootsbau geht, hat Bootsbaumeister Willi Stapelfeldt in Grauföft bei Kappeln an der Schlei eine jahrzehntelange Erfahrung. Jörn Niederländer, der sich für die bootswirtschaft auf die Spuren alter Bootsbautechniken macht, befragte ihn zum Thema Biegen von Spanten. Von Jörn Niederländer. Im Unterschied zum Biegen der Planken ist das Verformen der Spanten geradezu eine Wissenschaft, in der sich kaum noch jemand so gut auskennt wie Willi Stapelfeldt. Der Bootsbaumeister aus Kappeln gab mir bereitwillig Auskunft über dieses Spezialgebiet unseres Handwerks. Stapelfeldt bevorzugt Eiche, weil Esche zwar biegsamer, aber auch anfälliger gegen Fäulnis ist. Das vorgesehene Holz muss von bester Qualität sein, geradlinig gewachsen und ohne Äste und Wuchsfehler. Er fast die Kanten der später anliegenden, konvexen Seite der Leiste an, damit hier die Holzfaser beim Biegevorgang nicht so schnell einreißt. Dann wässert er sein Holz vor dem Dämpfen und legt Wert auf eine leistungsfähige Dampfanlage. Stapelfeldt nennt verschiedene Vorgehensweisen, zunächst die, bei der aus dem aufgeplankten Rumpf nach und nach die Mallen entnommen und die Spanten eingebogen und befestigt werden. Er ist ein Freund des Schraubens, nicht des Nietens. Auch ist ihm die Methode geläufig, bei der die Spanten bereits über die Mallen gebogen und mit Laschen daran provisorisch befestigt werden. Dann werden die Planken gefügt und gleichzeitig mit den Spanten verbunden. In die Zwischenräume werden nach dem Aufplanken die restlichen Spanten eingebogen.