Bootsbau: Leim oder Faden?

27. Mai 2015 - 15:00
Neue Planken für den Rumpf

Über diese Frage erhitzen sich häufig die Gemüter der Liebhaber klassischer Holzyachten, wenn es um die Restaurierung eines alten Rumpfes geht. Dabei ist der Streit müßig. Jeder Fall sollte sorgfältig und unvoreingenommen von allen Seiten untersucht werden, bevor man sich für die eine oder die andere Technik entscheidet.

Anhand zweier gelungener Restaurierungsprojekte erklärt Uwe Baykowski, Bootsbaumeister, Gutachter für klassische Yachten und Chef der Werft des Kieler Yacht-Clubs in Strande, worauf Eigner und Werft unbedingt achten sollten.

Natürlich stellt sich für den Eigner einer klassischen Holzyacht immer die Frage, wie originalgetreu die Restaurierung erfolgen soll, angefangen bei der Auswahl der eingesetzten Materialien bis hin zu den angewendeten Verfahren, um das klassische Erscheinungsbild der Yacht zu erhalten. Dabei ist allerdings auch zu berücksichtigen, dass vor allem richtig alte Klassiker im Laufe ihres Daseins häufig von ihren Voreignern schon verändert worden sind. Das fängt bei zeitgemäßen, effektiveren Beschlägen oder einem sparsameren Einbaumotor an und hört bei Segeln aus modernen, oft klassisch eingefärbten Kunstfasern noch lange nicht auf. Masten aus Carbon, sorgfältig mit einem Sprucefurnier beklebt, sind äußerlich kaum von in traditioneller Weise aus Spruce verleimten Masten zu unterscheiden.