150 Jahre Boots- und Schiffbau in der Familie

26. Mai 2015 - 22:15
Werft und Yachthafen der Schiffswerft Karcher

Die Schiffswerft Karcher am Oberrhein wird jetzt in fünfter Generation als Familienunternehemn geführt.

Das Jahr 1864: Die preußische Armee stürmte die Düppeler Schanzen in Dänemark und beendete damit den Krieg zwischen „Deutschland“ und Dänemark. König Ludwig wurde König von Bayern und die Eisenbahnlinie Weimar – Erfurt stand kurz vor ihrer Vollendung. 1864, also vor 150 Jahren, wurde auch die heutige Schiffswerft Karcher GmbH gegründet. Die Werft mit ihrem jetzigen Standort in Rheinau-Freistett am Oberrhein, am deutschen Rheinufer nordwestlich von Straßburg, ist damit eine der ältesten Mitgliedsfirmen des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbands. Werftgründer Georg Karcher, Ur-Urgroßvater des jetzigen Geschäftsführers Thomas Karcher, hatte sich am Mühlbach in Rheinau niedergelassen. Sein Betrieb befasste sich mit der Herstellung von kleinen Holzkähnen und -booten für die Fischerei. Größere Wasserfahrzeuge, bis etwa 30 Meter Länge, die der Meister um 1890 baute und lieferte, fanden hauptsächlich bei der Rheinregulierung und bei Uferbauten Verwendung. Etwas später begann Georg Karcher nach eigenen Plänen mit der Fertigung sogenannter Penichen, die von Mensch oder Pferd gezogen, in den Kanälen Elsass-Lothringens und in Frankreich genutzt wurden.