Insolvenzverwalter werden ausgebremst - Anfechtungen eingeschränkt

Insolvenz-Ordnung

In einer langjährigen Geschäftsbeziehung kann es mal zu Zahlungsstockungen kommen. Oft wird so etwas freundschaftlich geregelt, und die Geschäftsbeziehung geht nach dem Liquiditätsengpass harmonisch weiter – zu beiderseitigem Nutzen.
Doch was, wenn es Jahre später wieder zu Zahlungsstockungen, zu Ausfällen und schließlich zur Insolvenz des Schuldners kommt? Es wird ein Insolvenzverfahren eröffnet und die letzten offenen Rechnungen werden zur Tabelle angemeldet, wie dies im Fachjargon heißt. Der Lieferant macht sich noch Hoffnung auf eine gute Quote und ist optimistisch. Er kennt den Betrieb und meint wenigstens die halbe Rechnung noch bezahlt zu bekommen. Sein Anwalt hat andere Erfahrungen gemacht. „Gefühlt kommt bei 99 % der Insolvenzen kein Euro beim Gläubiger an“, so ein Anwalt, der viele Gläubiger in Insolvenzverfahren vertritt. Die Gelder bleiben im Verfahren, genauer gesagt in den extrem wachsenden Insolvenzverwaltungen. Dies geschieht nicht aus Ineffektivität der Verwaltung, sondern einfach aus eigennützigen Interessen der Insolvenzverwalter. Ohne finanzielle Risiken werden waghalsige Prozesse geführt zu Lasten der Masse. Als Masse wird der finanzielle Pool
bezeichnet, der eigentlich zur Ausschüttung einer Quote an die Gläubiger gefüllt werden soll.